Challenge Roth – Staffel

Bereits im letzten Jahr hatte Steffi uns bei der Pre-Registration einen Staffelstartplatz für die 35. Auflage der Challenge Roth besorgt. Für unser kleines Team konnten wir Ecki gewinnen, der das Schwimmen übernehmen wollte. Aufgrund seiner Langdistanzerfahrung war dies natürlich eine Bank. Steffi hatte für sich den Radabschnitt ausgeguckt, um sich an der langen Distanz zu versuchen und Selbstvertrauen zu tanken. Für mich blieb somit das abschließende Laufen, auf das ich mich sehr freute. Schließlich gab es in diesem Jahr wieder eine neue Streckenführung.
Am Samstag trafen wir drei uns auf einen Frühstückskaffee und besprachen unseren ganz persönlichen Ablauf des Race Week-Ends. Zuvor hatte Ecki schon am morgendlichen Schwimmtraining im Main-Donau-Kanal teil­genommen, um sich mit den diesjährigen Bedingungen vertraut zu machen. Wir beschlossen zunächst eine kleine Runde durch den Triathlonpark von Roth zu drehen. Unsere Startunterlagen hatten wir bereits am Donnerstag abgeholt, so dass wir hier nicht allzuviel Zeit verbringen mussten, denn der nächste Tag würde schließlich anstrengend genug werden. Wir gingen den Tag also locker an und begaben uns zu 15 Uhr zum Bike Check-In an der Wechselzone 1 in Hilpoltstein. Steffi absolvierte noch einen kleinen Materialcheck und dann begab sie sich mit Ecki in die Wechselzone. Ich musste als Läufer leider draußen bleiben. Es war eine lockere Atmosphäre und wir trafen viele Top-Favoriten. Unser Triathlon Banner ist somit wieder um einige Autogramme reicher! Nachdem der Bike Check-In beendet war ging es wieder zurück zum Triathlon Park nach Roth zur Wettkampf­besprechung. Ansonsten ließen wir den Tag ruhig bei einem Teller Pasta ausklingen.

 

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Der Rennsonntag startete früh. Um 4 Uhr klingelte der Wecker und nach einem kurzen Frühstück machten wir uns um 5 Uhr auf den Weg zum Schwimmstart. Unser Staffelstart war zwar erst für 9:05 Uhr angesetzt, doch wir waren uns schon im Vorfeld einig, dass wir bereits zum Profi-Start um 6:30 Uhr am Kanal sein wollten. Denn eins ist gewiss, wenn sich mit dem Sonnenaufgang reges Treiben in der Wechselzone 1 einstellt und die Menschenmassen sich am Kanal und auf der Brücke versammeln, dann liegt eine ganz besondere Stimmung in der Luft. Ein Mix aus Anspannung und Vorfreude auf einen großen Tag ist bei jedem, egal ob Athlet oder Zuschauer, spürbar. Der Schwimmstart ist also ein Muss und wir wollten ihm beiwohnen.
Trotz des üblichen Verkehrschaos erreichten wir pünktlich den Kanal und fanden uns gegen 6:15 Uhr an dem Ufer gegenüber des Wechselzone ein. Eine Startgruppe nach der anderen wurde auf die lange Reise geschickt und als die Spitzengruppe auf dem Rückweg an uns vorbeikam und wir uns einen Eindruck über den aktuellen Stand im Profifeld geholt hatten, machten wir uns allmählich selbst auf den Weg. Auch unsere Anspannung stieg, rückte doch unser Staffelstart immer näher. Auf dem Weg zur Wechselzone machten wir nochmal kurz auf der Kanalbrücke Halt, um Sebastian Kienle, Daniela Sämmler und co beim Beginn der Radstrecke zu sehen. Schließlich begaben sich Steffi und Ecki in die Wechselzone und bereiteten Steffis Rad vor, während ich mir einen Platz im Schatten suchte. Gegen 9 Uhr fand sich Ecki im Startbereich ein und auch Steffi bereitete sich auf ihren Einsatz vor. Pünktlich um 9:05 Uhr ertönte schließlich unser Kanonenschlag und schickte Ecki auf seine 3,8km lange Reise im Main-Donau-Kanal. Als Ziel hatte er sich eine Schwimmzeit von unter 1:15 Std gesetzt. Zum Glück brachte er einiges an Erfahrung mit, denn nach der zweiten Wende wurde es im Schwimmerfeld ziemlich wild. Jeder wollte mit einem Schlussspurt seinem Staffelradfahrer noch ein paar Sekunden mitgeben. Ich begab mich währenddessen an die Radstrecke, um Steffi später auf ihren ersten Metern anzufeuern. Der Live-Tracker lieferte zuverlässig und zeitnah alle Daten. Ecki kam mit starken 1:10:51 aus dem Wasser und schickte Steffi auf ihre 180km lange Reise durch den Landkreis Roth. Auf ihren ersten Metern über die Brücke am Kanal bekam ich sie noch wie geplant zu Gesicht, doch dann war sie erstmal einige Zeit beschäftigt.

 

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Nachdem Ecki sich seine Zielverpflegung abgeholt hatte trafen wir uns an der Radstrecke wieder. Das Profifeld nahte und wir warteten bis sie in beeindruckendem Tempo vorüber waren, bevor wir uns auf den kurzen Weg zum Bäcker in Hilpoltstein machten, um zu frühstücken. Direkt an der Radstrecke sitzend genossen wir die Atmosphäre bei einem Kaffee. Dabei verfolgten wir natürlich Steffis Zwischenzeiten und errechneten ihre erwartete Durchgangszeit bei km 85, wo wir sie nochmals anfeuern wollten. Zum Glück hatte Ecki ein gutes Gespür, denn er drängte gerade noch rechtzeitig zum Aufbruch. Steffi kam etwas früher als erwartet vorbei und sah dabei noch top fit aus als sie sich auf die zweite Runde begab. Wir machten uns hingegen mit unseren Rädern auf den Weg nach Roth.
Dort angekommen verstauten wir erstmal unser Zeug im Auto und positionierten uns wenige hundert Meter vor dem Ziel an der Laufstrecke, um die ersten Mäner zu erwarten. Zwischendurch lieferte unser Tracker weiter tolle Zwischenzeiten von Steffi, die nach wie vor super unterwegs war. Offensichtlich sollte ich doch früher auf die Laufstrecke geschickt werden als ursprünglich angenommen. Nachdem Sebastian Kienle und co im Ziel waren legte ich mich ein wenig in den Schatten, um noch ein wenig zu ruhen bevor es auf die Laufstrecke ging. Ecki hingegen ging ins Stadion, um das Finish der Frauen anzusehen. Hier entwickelte sich ein extrem knappes Rennen, so dass ich mein schattiges Plätzchen bald verließ und am Zielkanal Stellung bezog. Schließlich wollte ich mir dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Ein Langdistanzrennen bei dem Siegerin und Zweitplatzierte nur 9 Sekunden auseinander liegen sieht man ja nicht alle Tage.
Von der Radstrecke bekamen wir nicht viel mit. Nur, dass es bei Steffi weiter rund lief und es für mich allmählich an der Zeit war, die zweite Wechselzone aufzusuchen. Dort angekommen bereitete mich auf den abschließenden Marathon vor. Gemäß den aktuellen Hochrechnungen sollte ich noch vor 16:40 Uhr loslaufen dürfen. Plötzlich kam Steffi um die Ecke geschossen und übergab mir den Chip. Wir legten tatsächlich die 21. Wechselzeit aller Staffeln hin! Und Steffi unterbot sensationell ihr selbst gestecktes Ziel. Statt knapp unter 7 Stunden benötigte sie nur 6:17:16 für die 180km.

 

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Ich ging erstmal die geplante Pace von 4:30 – 4:35 an, obwohl ich nicht sicher war, ob dies bei den Bedingungen (später Start, teilweise Schotter und schmale Laufstrecke, relativ warm) eine gute Idee sein würde. Nach wenigen Kilometern nahm ich dann auch etwas raus und pendelte mich bei 4:45min/km ein. Dies fühlte sich gut an und so beschloss ich diese Pace erstmal zu halten und gegebenfalls hinten heraus nochmal zu beschleunigen. Steffi verpflegte sich derweil in der Wechselzone 2. Wenig später traf sie dann frisch geduscht Ecki, der sich bereits am Hotspot bei km 30 befand. Dort warteten die beiden, um mich anzufeuern. Für mich war es erstmal ein langer Weg den Kanal entlang. Eine Neuerung zum Vorjahr, aber wieder näher an der klassischen Laufstrecke von Roth, was mich persönlich sehr freute. Zudem bietet die neue Laufstrecke auch ein paar Höhenmenter weniger. Es gelang mit tatsächlich die Pace nochmal anzuziehen, doch als ich bei km 30 vorbeikam wurde es schon ziemlich hart und die Höhenmeter sollten ja erst noch kommen. So war der Weg nach Büchenbach eine ziemliche Quälerei, aber ich tröstete mich damit, dass ich das alles auf dem Rückweg wieder runter laufen durfte. Tatsächlich hatte ich ob dieser Gedanken auch ein schlechtes Gewissen den Einzelstartern gegenüber, die ja schon einiges mehr in den Beinen hatten und sich entsprechend über die Laufstrecke quälten.
Am Ende kam das Ziel doch schnell näher und ich traf kurz vor Beginn des Zielkanals auf Steffi und Ecki. Die letzten paar hundert Meter ins Triathlonstadion legten wir gemeinsam zurück und konnten nach 10:47:15 glücklich und zufrieden ins Ziel einlaufen. Die reine Laufzeit lag bei ordentlichen 3:16:00.

 

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Im Ziel verpflegten wir uns zunächst gemeinsam, bevor ich mich zum Duschen und zur Massage zurückzog. Anschließend trafen wir uns wieder und begaben uns zur Finishline Party ins Stadion. Von 21 Uhr bis kurz nach 23 Uhr wurde gefeiert und gemeinsam wurden die letzten Finisher des Tages begrüßt und regelrecht über die Ziellinie getragen. Jedes Jahr aufs Neue ein wahnsinns Spektakel, das man sich ebenfalls auf keinen Fall entgehen lassen sollte! Zum Abschluss gab es das traditionell grandiose Höhenfeuerwerk. Schließlich neigte sich dieser sehr lange und ereignisreiche Tag dem Ende entgegen und wir waren gegen 0:30 Uhr wieder zurück im Hotel.
Allerdings sollte auch die nächste Nacht nur kurz sein, denn wir trafen uns bereits wieder um 4 Uhr, um nach Roth zu fahren. Gegen 4:30 Uhr saßen wir wieder in der Startnummernschlange für 2019. Steffi und ich für eine erneute Staffel, Ecki hingegen wird nächstes Jahr wieder als Einzelstarter die unglaubliche Triathlonbegeisterung in Roth zu spüren bekommen.

 

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