Mein Jahr auf Instagram

Bild konnte nicht geladen werdenSeit genau einem Jahr bin ich nun auch Teil der Instagram Community. Am 18.07.2017 wagte ich mich an meinen ersten Post als @swim.bike.fly

 

Was war der Grund dafür?

2016 beschloss ich, dass ich mich als Triathlet versuchen will. Ich war schon länger fasziniert von dem Sport, aber nach ein paar halbherzigen und daher wenig erfolgreichen Versuchen war ich nicht sicher, ob ich das leisten kann. Im Juli 2016 sah ich Jan Frodeno aber bei seinem Weltrekord in Roth und auch die vielen anderen Finisher und es packte mich wieder.
Als quasi letzten Versuch meldete ich mich beim Ironman 70.3 Kraichgau an. Diesmal sollte die Vorbereitung stimmen -am Ende sogar mit Unterstützung eines Trainers- und ich konnte im Juni 2017 meine erste Halbdistanz erfolgreich finishen. Kurz darauf war ich wieder Zuschauer bei der Challenge Roth, wo Sven auf seine erste Lang­distanz ging. Und ich wollte das auch!
Um meinen Weg zur Lang­distanz festzuhalten und eventuell auch etwas Unterstützung zu bekommen, vielleicht auch, um anderen zu zeigen was möglich ist (wir werden sehen?) meldete ich mich auf Instagram an. Der Name meines Accounts war zunächst „ProjectRoth2020“. Das klang mir dann aber irgendwie nicht persönlich genug und so änderte ich ihn bald auf „swim.bike.fly“

 

Was ist seitdem passiert?

Am Anfang war ich erstmal ziemlich alleine unterwegs. So wie wenn man alleine in einen Club kommt, in dem man noch nie war und man deswegen natürlich niemanden kennt. Aus meinem Freundes- und Kollegenkreis nutzen auch wenige Leute Instagram – und schon gar nicht zum Thema Laufen und Triathlon. Zunächst wusste ich auch nicht genau, welche Fotos man denn so postet und selbst vor die Kamera (bzw das Handy) gehen war ja auch noch recht gewagt. Aber mit der Zeit wurde das immer besser, man knüpfte erste Kontakte und langsam fühlte ich mich in der neuen Insta-Welt wohl.

Bei meiner Olympischen Distanz letzten August waren erst ein paar wenige Follower dabei, die Vorbereitung zum Berlin Marathon und das Event selbst begeisterte dann schon mehr. Im Herbst und Winter erlebten dann viele von euch meine 10km und Halbmarathon­bestzeiten mit und die meisten von euch waren dann dabei, als ich im Frühjahr meine Probleme mit dem Übertraining bekam und der London Marathon zu einem ziemlichen Kampf wurde. Quasi gemeinsam haben wir uns wieder aus diesem Tief gekämpft und konnten in Roth vor kurzem ein tolles Event und endlich mal wieder ein perfektes Rennen feiern.

Auch bei euren Höhen und Tiefen war ich dabei, habe Rückschläge miterleben, aber auch Erfolge mit euch feiern können.

Besonders schön war, wenn man dann auch mal seine ‚Instafreunde‘ persönlich kennenlernt. Das ergibt sich bei uns Sportlern ja zum Glück immer mal wieder. Und wenn man positive Rückmeldung auf seine „Arbeit“ auf Insta bekommt, freut man sich natürlich unheimlich! Inzwischen würde mir ohne Insta tatsächlich etwas fehlen.

 

Wie bekommt man mehr Follower?

Die Frage schlechthin auf Instagram… und natürlich darf das in keinem Artikel über Insta fehlen – allein schon um die Klicks dafür zu kassieren! *Zwinkersmiley

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht genau. Aber ich habe mir immer überlegt, wie der Account sein muss, dem ich folgen will, und versuche, das in meinem Profil umzusetzen. Zuerst müssen natürlich die Fotos schön sein. Am besten auch immer mal wieder ein neues Motiv. Accounts voller Selfies mit Duckface will doch echt niemand sehen, oder?

Und dann sollte der Text natürlich etwas aussagen. Ich will ja die Geschichte miterleben können. Wenn das beides passt, dann gilt es nur noch aktiv zu sein. Ein Foto pro Woche wird wohl nicht reichen um in der Masse aufzufallen. Die richtigen Influencer stecken da deutlich mehr Arbeit hinein. Leicht verdient ist dabei nichts. Und dabei sollte man nicht vergessen, was denn eigentlich im Vordergrund steht. Und das ist bei mir – und wahrscheinlich den meisten- immernoch der Sport! Wenn die Likes auf einmal wichtiger werden als das Training, sollte man sich vielleicht mal Gedanken machen!

 

Kooperationen

Warum sind diese Followerzahlen denn nun so interessant? Klar, nur durch eine große Reichweite kommt man an die begehrten Kooperationen! Ich muss sagen, ich war zu Beginn etwas überrascht, als die ersten Anfragen schon bei ca. 1000 Followern eintrudelten. Wahnsinn, dass diese Menge schon ausreicht, um eine für die Firma rentable Werbewirkung zu erzielen… Umso besser für uns Instagrammer! Man sollte sich nur genau überlegen, welche Angebote man annimmt. Ich bin der Meinung, dass man nur für Dinge werben sollte, hinter denen man auch steht. Das werde ich auch so weiterverfolgen und hoffe, dass es mir viele gleichtun. Werbung auf Insta funktioniert durch das große Vertrauen, das man zueinander hat. Wenn mir ein Sportler, dem ich folge, eine Sache empfiehlt, glaube ich der Empfehlung. Es geht ja bei uns auch schließlich nicht um hochdotierte Werbeverträge und wir haben alle noch normale Jobs, so dass bestimmt niemand auf das Geld oder die PR-Samples angewiesen ist. Wird diese Vertrauensbasis irgendwann zerstört, klappt das mit den Kooperationen sowieso nicht mehr. Inzwischen schreibe ich selbst auch immer öfter für mich interessante Firmen an, wobei man erstaunlich oft positives Feedback bekommt. Ich bin gespannt, was in dem Bereich noch alles möglich ist, weil ja auch jede Kooperation ein spannendes Projekt ist und Spaß macht. Es ist aber auch jedesmal viel Arbeit und auch ein wenig Stress, da man ja abliefern muss, also sollte man sich da auch nicht übernehmen!

 

Nachteile

Es gibt einige negative Auswirkungen von Instagram, die ich auch nicht unter den Tisch fallen lassen will. Gerade am Anfang schluckt Insta ziemlich viele Kapazitäten, wenn man es gut machen will. Es ist wie bei jedem neuen Hobby… man muss sich erstmal richtig reinknien und viel damit beschäftigen, bis die Routine dafür da ist. Dass das private Umfeld davon genervt ist, kann man niemandem übel nehmen. Entschuldigung an dieser Stelle an alle, die bei mir darunter leiden mussten. Ich hoffe, es ist inzwischen besser geworden! Der zweite Negativpunkt ist das selbe Problem wie überall auf den sozialen Medien. Es wird immer der Eindruck vermittelt, dass das Leben aller anderen perfekt wäre und nur man selbst Defizite hätte. Aber es postet ja auch niemand ein Foto von einem langweiligen Arbeitstag oder ähnlichem. Immerhin wird bei uns Sportaccounts auch sehr wohl von Fehlschlägen berichtet, die ja jeder mal erfährt. Und somit wären wir schon bei den positiven Dingen…

 

Vorteile

Die Motivation und Unterstützung, die ich auf Insta gesucht habe, habe ich nämlich tatsächlich gefunden. Wenn man Erfolge hat, freuen sich alle mit, wenn man Niederlagen einstecken muss, wird einem Mut zugesprochen. Insgesamt ist Instagram sehr positiv und man wird niemals wegen irgendetwas niedergemacht (wie es auf anderen Plattformen wie z.B. Facebook sehr wohl vorkommt). Für Triathleten und Läufer wie mich, die keinem Verein angehören ist es auch ein sehr guter Weg, Gleichgesinnte zu finden und so eben nicht das komplette Umfeld immer nur mit dem Thema Sport nerven zu müssen. Und seine kreative Ader kann man dort auch noch zur Genüge ausleben!

 

Bild konnte nicht geladen werdenFazit

Ich bin froh, dass ich seit einem Jahr in dieser Community dabei bin und möchte die tägliche Dosis Motivation durch die vielen kleinen Bildchen und Texte nicht mehr missen. Auch wenn ich inzwischen kaum noch in der Lage bin, einen Text ohne Emojis zu schreiben und auch, wenn es manchmal durchaus nervt, noch irgendwie ein schönes Sportfoto herzaubern zu müssen, macht es doch wirklich viel Spaß. Und vielleicht bieten sich durch diese Plattform ja tatsächlich noch spannende Möglichkeiten. Ich freue mich aufs zweite Jahr!

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